Tsingtau und Japan 1914 bis 1920
Historisch-biographisches Projekt
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Ausstellung des Stadtarchivs Qingdao in Mannheim 2015
– Ein Beispiel für gelungene Kooperation –
»Qingdao – Eine chinesische Stadt voller deutscher Spuren« war das Motto einer Ausstellung, die das Stadtarchiv Qingdao in Kooperation mit dem Stadtarchiv Mannheim vom 21.08. bis 23.09.2015 in der Mannheimer Abendakademie veranstaltete.
Bei sehr gut besuchten Eröffnung war der Leiter des Qingdao-Stadtarchivs mit einer kleinen Delegation anwesend. Auch in den kommenden Wochen war das öffentliche Interessse über Erwarten groß; das galt auch für den Vortrag zur Stadtgeschichte, den der Redakteur am 02.09. dort halten durfte.
Da eine eigene Publikation nicht geplant ist, hat das Stadtarchiv Mannheim dem Redakteur die Dateien mit den insgesamt 38 Schautafeln zur Verfügung gestellt, die in der Ausstellung zu sehen waren. Dafür herzlichen Dank!
In der »Vorbemerkung« (Schautafel 2) wird darauf hingewiesen, dass sich in Qingdao »immer noch zahlreiche deutsche Spuren sowohl in der Stadtarchitektur als auch in vielen Aspekten des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens (finden). Es ist nicht möglich, hier allen historischen Spuren nachzugehen. Daher legen wir den Wert auf die Architektur und die öffentlichen Einrichtungen Tsingtaus, um die reichen Beziehungen zwischen Qingdao und der deutschen Kultur aufzuzeigen.«
Die Schautafeln behandeln folgende Themen:
1. Stadtplanung (Tafel 3)
2. Straßenzüge (Tafeln 4-6)
3. Stadtarchitektur (Tafeln 7-20)
4. Öffentliche Anlagen (Tafeln 21-29)
5. Schulen und Krankenhäuser (Tafeln 30-36)
6. Militäranlagen (Tafel 37)
7. Stadtarchiv (Tafel 38)
Die folgenden Abbildungen geben die Ausstellungstafeln nicht vollständig wieder. Bevorzugt wurden Motive, bei denen Altes und Heutiges gegenüber gestellt wird. Für die Bildschirmansicht wurden die Abbildungen zum Teil verkleinert. Die in Anführungszeichen gesetzten Überschriften und Bildlegenden entsprechen dem Original, Zusätze des Redakteurs stehen in [ ] oder in Anmerkungen.
1. »Stadtplanung«
»Stadtplanungskarte aus der deutschen Kolonialzeit. Die erste Stadtplanung von Tsingtau mit Militärbasis und deutschem Handelszentrum datiert von 1898. Mit einer die Tsingtau-Bucht und die Innenbucht verbindenden Straße als Achse dehnte sich die Stadt in die Umgebung aus. Der Stadtteil teilte sich auf in Geschäfts-, Villen-, Hafen-, Wohn- und Industrieviertel. Diese Stadtstruktur bestand bis in die 1980er Jahre.«
»Planungskarte für die Geamtstadt, 2011 bis 2020. Seit den 1990er Jahren dehnt sich Qingdao (alte Bezeichnung: Tsingtau) rasant aus; ab 1980 hat sich die Fläche um mehr als das Zehnfache vergrößert. Wirtschaft, Bevölkerungszahl, Bodenfläche und anderes mehr haben die Stadtplanung der Kolonialzeit mit Stadthauptsitz an der Ostküste der Kiautschou-Bucht verändert. Das Stadtzentrum entwickelte sich gen Osten und dehnte sich gleichzeitig an die Westküste aus. Mit der Kiautschou-Bucht als Zentrum besteht die Stadtstruktur mittlerweile aus drei Hauptteilen, der Ost-, West- und Nordstadt.«
2. »Straßenzüge«
2.1 »Friedrichstraße (Zhongshan-Straße, genannt nach Dr. Sun Yat-sen)«
»Die früheste deutsche Stadtplanung von Tsingtau 1898 legte eine von Süd nach Nord führende Straße an der Tsingtau-Bucht als Geschäftszentrum fest. Der südliche Teil wurde – als europäisches Viertel – Friedrichstraße genannt, die nördliche Schantung-Straße galt als Chinesenviertel. 1929 wurde diese Straße in Zhongshan-Straße umbenannt und zur lebendigsten Geschäftsstraße von Tsingtau. Mit der Verlegung des Stadtzentrums nach Osten hat die Zhongshan-Straße allerdings ihre Stellung als einstiges Geschäfts- und Handelszentrum verloren, ist aber immer noch eine wichtige Geschäftszone in der westlich gelegenen Altstadt.«
[Links:] »Schantung-Straße im Bau, 1902/03, der erste Geschäfts- und Handelsdistrikt in der deutschen Kolonialzeit.«
»Heute hat die Zhongshan-Straße als traditionelles Geschäfts- und Handelszentrum an Bedeutung verloren. Einige Gebäude aus der deutschen Kolonialzeit sind denkmalgeschützt oder wurden nach dem historischen Vorbild rekonstruiert.«
2.2 »Prinz-Heinrich-Straße (Guangxi-Straße)«
»Die Prinz-Heinrich-Straße wurde nach dem deutschen Prinzen benannt. Während der deutschen Okkupation von Tsingtau war hier mit vielen Gebäuden im deutschen Stil das europäische Wohn- und Geschäftsviertel. Berühmt sind u.a. das Landmann-Geschäftshaus, die Rot-Kreuz-Apotheke, das Siemens-Gebäude. Noch heute zeichnet diesen Straßenzug ein reizvoller Historismus aus.«
[Links:] »Prinz-Heinrich-Straße zu Beginn des 20. Jahrhunderts.«
»Die Gebäude in der Prinz-Heinrich-Straße stehen heute unter Denkmalschutz.«
2.3 »Kaiser-Wilhelm-Ufer (Taiping-Straße)«
»Das Kaiser-Wilhelm-Ufer an der Tsingtau-Bucht wurde nach Kaiser Wilhelm II. benannt und war nach der Eroberung eine der ersten Straßen. Hier steht der in der Ming-Dynastie erbaute Tianhou-Tempel (Tempel der himmlischen Kaiserin), doch es gibt auch europäische Gebäude wie das Handelshaus Carlowitz & Co. oder das Prinz-Heinrich-Hotel.«
[Links:] »Das Kaiser-Wilhelm-Ufer ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine der schönsten Küstenstraßen.«
»Die heutige Taiping-Straße ist eine berühmte Sehenswürdigkeit.«
3. »Stadtarchitektur«
3.1 »Das Gouvernement-Gebäude«
»1904 bis 1906 errichtete Deutschland sein Gouvernement[gebäude] als Verwaltungssitz der kolonialen Regierung, entworfen von dem deutschen Architekten Friedrich Mahlke im klassizistischen Baustil.«
»Seit den 1990er Jahren als Rathaus von Qingdao genutzt. Heute ist es das Verwaltungsgebäude des Stadtvolkskongresses und des Politischen Konsultativkomitees.«
3.2 »Gouverneurswohnhaus«
»Wohnhaus des Gouverneurs, 1905 bis 1907 nach Plänen des deutschen Architekten Karl Strasser errichtet (Entwurf: Friedrich Mahlke).«
»Das burgartige Anwesen ist stark von der europäischen Tradition bestimmt, heute: Gouverneurs-Museum.«
3.3. »Iltiskaserne«
»Die Iltiskaserne wurde 1899 als zweistöckiges Gebäude mit äußeren Wandelgängen und Ziegeldach errichtet. Die Mischkonstruktion aus Ziegeln, Steinen, Stahl und Holz ist ein gutes Beispiel für die damalige deutsche Architektur.«
»Das gut erhaltene Gebäude dient heute als Marinekaserne.«
Anmerkung: Wegen seiner heutigen Funktion ist das Gebäude nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
3.4 »Christuskirche«
»Die Christuskirche, zwischen 1908 und 1910 errichtet, ist ein repräsentatives Gebäude nach Plänen des deutschen Architekten Curt Rothkegel, das bis heute als Kirche genutzt wird.«
3.5 »Das Kaiserliche Gericht von Kiautschou«
»Das Kaiserliche Gericht von Kiautschou (gebaut 1912 bis 1914) liegt an der Westseite des Gouvernementsplatzes und wurde von dem deutschen Architekten Hans Fittkau entworfen. Er passte das monumentale Bauwerk den umliegenden Gebäudehöhen und Fassaden an; es ist bis heute Gerichtssitz.«
3.6 »Polizeiamt«
»Das zwischen 1904 und 1905 errichtete Polizeiamt ist ein burgartiges Anwesen im Stil der Neorenaissance und dient bis heute als Polizei[gebäude].«
3.7 »Prinz-Heinrich-Hotel«
»Es handelt sich um das früheste Hotel von 1899, entworfen von dem deutschen Architekten P. F. Richter im Stil der europäischen Kolonialgebäude, doch auch mit einem chinesisch geprägten Außenwandelgang mit Holzsäulenstruktur. Es galt als Lieblingshotel der europäischen Geschäftsleute.«
»Heute ist es das berühmte ›Zhanqiao-Prinz-Hotel‹, das auf seine besondere Art einzigartig in Qingdao ist.«
3.8 »Strandhotel«
»Das erste Urlaubshotel in Tsingtau, gebaut 1904. Weil am größten Strand von Tsingtau gelegen, erhielt es den Namen Strandhotel.
Das dreistöckige Gebäude dient heute als Verwaltungsgebäude der ›Qingdao Urban Construction Group‹.«
3.9 »Deutsch-Asiatische Bank«
»Die an der Taiping-Küstenstraße liegende Deutsch-Asiatische Bank wurde zwischen 1899 und 1901 erbaut, entworfen von den deutschen Architekten Heinrich Hildebrand und Louis Wehrle. Für Säulen, Wände, Dachvorsprung, Dekorationslinien und die schmal-eckigen Dachsteine benutzte man einheimischen Granitstein.«
»In der Gegenwart ist es ein Wohnhaus.«
3.10 »Katholische Kirche«
»Die St.-Michael-Kirche wurde 1932 bis 1934 im neoromanischen Stil errichtet unter der Leitung des deutschen Bischofs Giorgio Weig des katholischen Vikariats in Tsingtau. Architekt: Alfred Fräbel.«
»Die Kirche verfügt noch heute über ein imposantes Orgelspiel.«
3.11 Seemannshaus
»Das Seemannshaus von 1901 war ein Ort zur Erholung und Unterhaltung vor allem der Unteroffiziere und Matrosen. Hier bekam man gute medizinische Versorgung und hatte Freizeitmöglichkeiten. Es war das erste Gebäude mit einer größeren Hallenarchitektur.«
»Das malerische Gebäude dient heute als Geschäftshaus.«
Anmerkung: Derzeit (Herbst 2014) in einem schlechten baulichen Zustand, aber eine Renovierung wurde für die nächste Zeit in Aussicht gestellt.
3.12 Tsingtau-Club
»Der Club in der Zhongshan-Straße Nr. 1 wurde 1910/11 errichtet nach Entwürfen des deutschen Architekten Curt Rothkegel, gegenwärtig als Geschäftshaus genutzt.«
3.13 »Geschäftshaus der Hamburg-Amerikanischen Linie (Heng Bao)«
»Heng Bao (phonetische Übersetzung von Hamburg) heißt das Geschäftshaus von 1904 der in der deutschen Kolonialzeit gegründeten Hamburg-Amerikanischen Linie. Die Reederei fuhr die erste Direktlinie von Tsingtau nach Europa und besaß in Tsingtau den ersten Hochseedampfer, die Titania.
»Das im deutschen Stil errichtete Heng Bao wird bis heute als Geschäftshaus genutzt.«
3.14 »Gebäude im Villenviertel (Ba Da Guan, benannt nach den acht großen Pässen der Chinesischen Mauer)«
»Ba Da Guan ist das Villenviertel in Tsingtau und gilt als eines der fünf schönsten Stadtviertel Chinas. In der deutschen Kolonialzeit gab es hier schon Villen im deutschen Stil. Seit den 1930er Jahren entstanden weitere Villen. Die Straßenzüge wurden nach den chinesischen Pässen benannt. Das Viertel heißt seither Ba Da Guan, also ›Die acht großen Pässe‹.«
»Die stilistisch interessanten Gebäude bilden zusammen mit den Bergen, dem Meer und der Baumbepflanzung ein höchst sehenswertes Ensemble.«
4. »Öffentliche Anlagen«
4.1 »Kanalisation«
»Zu Beginn der Besatzung wurde für die öffentliche Hygiene mit dem Bau der Kanalisationen für Regenwasser und Abwasser begonnen und bis 1906 im sogenannten Europäerviertel abgeschlossen. Tsingtau war die erste Stadt, in der die Kanalisation für Regenwasser und Abwasser separiert angelegt wurde. Die Kanalisation ist bis heute in Funktion.«
4.2 »Leitungswasser in der Stadt«
»Vor der deutschen Herrschaft kam das Trinkwasser aus Flüssen und Brunnen. 1899 wurden zwei Quellen am Haipo-Fluss und Licun-Fluss erschlossen, die seit 1901 den Stadtteil mit Trinkwasser versorgen. Die Quelle in Licun wird noch heute genutzt, doch wird Qingdao hauptsächlich mit Wasser aus dem Dagu-Fluss und dem Gelben Fluss versorgt.«
[Links:] »Seit Anfang des letzten Jahrhunderts versorgt die Wasserquelle in Licun Qingdao. Maschinenraum mit Anlagen.«
»Der Maschinenraum in Licun
ist bis heute gut erhalten.«
4.3 »Leuchttürme«
»Im Jahr 1900 bauten die Deutschen auf der Yü-Nü-San-Insel (heute Tuan-Insel) an der Mündung der Kiautschou-Bucht den ersten Leuchtturm, noch im selben Jahr den Leuchtturm auf der Arkona-Insel (heute Kleine-Qingdao-Insel). Mit dem Leuchtturm auf der Tschalien-Insel gewährleisteten sie ein sicheres Einlaufen in den Tsingtauer Hafen. Die Leuchttürme sind bis heute erhalten.«
[Links:] »Der Leuchtturm auf der Yü-Nü-San-Insel ist noch heute in Gebrauch.«
»Der Leuchtturm auf der
Arkona-Insel wird heute als Kleiner-Qingdao-Leuchtturm bezeichnet.«
4.4 »Post und Telekommunikation«
»1901 errichten die Deutschen das Kaiserliche Postamt von Kiautschou. Es war der Auftakt zur modernen Postgeschichte von Tsingtau.«
[Links:] »Das Postamt von Tsingtau in der Guangxi-Straße, 1930er Jahre.«
»Das heutige Postamt von
Qingdao ist gut erhalten und beherbergt das einzige Post- und Telekommunikationsmuseum Chinas.«
4.5 »Seebad«
»Die Deutschen eröffneten nach der Besetzung von Tsingtau 1902 an der Huitschuan-Bucht (damals Augusta-Viktoria-Bucht) ein Seebad mit hölzernen Duschkabinen. Der Strand an der Huitschuan-Bucht ist berühmt für seinen sanften Abhang, feinen Sand, sein reines Wasser und die stille See. Seit über 100 Jahren ist das Seebad an der Huitschuan-Bucht ein attraktiver Urlaubsort für Einheimische wie Touristen.«
[Links:] »Das in der deutschen Kolonialzeit eingerichtete Huitschuan-Seebad mit seinen einfachen Dusch- und Umkleidekabinen.«
»Das moderne renovierte Seebad.«
4.6 »Observatorium«
»Im Januar 1905 wurde eine Beobachtungsstation auf dem Wasserberg eingerichtet und 1907 bis 1912 unter der Leitung des deutschen Astronomen Dr. Bruno Meyermann zum Kaiserlichen Observatorium in Tsingtau ausgebaut.
[Links:] »Das Observatorium war eines der drei großen Observatorien des Fernen Ostens. Baubeginn 1910. Hier wurde auch die erste meeresmeteorologische Station in China betrieben.«
»Das heutige Qingdaoer
Observatorium ist eines der bedeutendsten Chinas.«
4.7 »Forstgarten«
»1898 mussten nach der deutschen Eroberung die Bewohner des Dorfes Huitschuan umziehen. Um die Wohnsituation für die deutsche Besatzungsarmee und die deutschen Einwohner zu verbessern, wurde hier ein botanischer Versuchsgarten eingerichtet, später ›Forstgarten‹ genannt; seit 1929 ›Zhongshan-Park‹. In seiner heutigen Form ist es der bedeutendste Park im Stadtzentrum Qingdaos.«
[Links:] »In der deutschen Kolonialzeit wurden Kirschblütenbäume aus Japan eingeführt und probeweise angepflanzt.«
»Die Kirschblüten von Qingdao sind heute eine Sehenswürdigkeit.«
4.8 »Rennplatz«
»In der deutschen Kolonialzeit wurde in der Gegend von Huitschuan ein Rennplatz eingerichtet, den man bis in die 1940er Jahre nutzte. Nach 1949 zum Huitschuan-Platz umgebaut als Freizeitort für die Stadtbewohner.«
[Links:] »In der deutschen Kolonialzeit war der Rennplatz vor allem ein von den ausländischen Stadtbewohnern frequentierter Ort.«
»Das 1933 fertiggestellte Stadtstadion von Qingdao wurde dem olympischen Stadion von Los Angeles nachempfunden.«
4.9 »Signalbergspark«
»1898 errichtete das deutsche Marinevermessungs-Detachement auf dem Signalberg (seinerzeit Truppelberg) eine meteorologische Station. Um der Eroberung durch Deutschland zu gedenken, wurde auf dem Berg das Denkmal ›Diederichsstein‹ eingerichtet, 1922 von der japanischen Besatzung abgetragen und nach Japan verbracht. Nach 1949 zu einem eintrittsfreien Park umgestaltet.«
[Links:] »Auf der Signalstation beobachteten die deutschen Soldaten die Witterung.«
»Die drei rotfarbigen Rundgebäude auf dem Signalberg sind heute sich drehende Aussichtspunkte und eine Sehenswürdigkeit.«
5. »Schulen und Krankenhäuser«
5.1 »Gouvernements-Grundschule«
»1898 errichtete das deutsche Kiautschou-Gouvernement eine Grundschule für deutsche Kinder. Im September 1901 war die Schule fertiggestellt, 29 Schüler wurden aufgenommen. Bis in die Gegenwart ist sie eine gut besuchte Grundschule.«
[Links:] »Einweihungszeremonie der Gouvernements-Grundschule, 1901.«
»Die derzeitige Experimentalgrundschule ist die Grundschule mit dem höchsten Unterrichtsstandard in Qingdao.«
5.2 »Richard-Wilhelm-Schule«
»1900 gründete der Missionar der Weimarer Mission und Sinologe Richard Wilhelm die Missionsschule, die später in Richard-Wilhelm-Schule umbenannt wurde. An dieser Schule setzte man die Verbindung von chinesischer und westlicher Kultur höchst erfolgreich um. Heute ist es die Neunte Mittelschule von Qingdao, eine anspruchsvolle fremdsprachliche Mittelschule (Oberstufe) der Provinz Shandong.«
[Links:] »Die 1901 fertiggestellte Richard-Wilhelm-Schule war die erste moderne Mittelschule von Qingdao.«
»Die Gebäude der Richard-Wilhelm-Schule sind heute eine Sehenswürdigkeit auf dem Campus der Neunten Mittelschule.«
5.3 »Deutsch-Chinesische Hochschule in Tsingtau«
»1909 wurde mit der Semesterbeginn-Zeremonie der Grundstein zur Deutsch-Chinesischen Hochschule mit Studentenwohnheim gelegt. Unterrichtet wurden als Grundkurse Deutsch, Mathematik, Chinesisch, Biologie und andere Fächer. Im Hauptstudium gab es vier Fachbereiche, und zwar Jura, Medizin. Landwirtschaft und BWL. Es war bis 1914 die erste Hochschule in Tsingtau. Dann wurde sie – bis heute – zum Verwaltungsgebäude der Schantung-Eisenbahn.«
[Links:] »Die 1909 gegründete Deutsch-Chinesische Hochschule war die erste Hochschule in Tsingtau.«
»Das Deutsch-Chinesische Kolleg der Technischen Universität Qingdao ist eine chinesische Hochschule mit chinesisch-deutscher Zusammenarbeit und eine neue Brücke für den Kultur- und Bildungsaustausch zwischen China und Deutschland.«
5.4 »Gouvernements-Schule«
»1907 ließ das Kiautschou-Gouvernement in der Prinz-Heinrich-Straße ein neues Unterrichtsgebäude erbauen. Unterrichtet wurde nach dem deutschen Schulsystem u.a. in den Kursen Deutsch, Englisch, Rechnen, Geschichte. Die Schüler waren überwiegend deutscher Herkunft, bisweilen auch Kinder anderer Nationen.«
[Links:] »Die 1907 errichtete Gouvernements-Schule war eine der berühmten Schulen in Tsingtau.«
»Das gut erhaltene Gebäude der
Gouvernements-Schule ist mittlerweile ein Verwaltungsgebäude.«
5.5 »Die katholische Mädchenschule des Heilig-Geist-Klosters«
»1902 gründete die katholische Mission in Tsingtau die katholische Mädchenschule des Heilig-Geist-Klosters. 19 Mädchen wurden aufgenommen und lernten hier u.a. Deutsch, Französisch, Literatur, Rechnen, Malen, Basteln und Musik. Es war eine der frühesten Mädchenschulen und ist jetzt die Siebte Mittelschule von Qingdao.«
[Links:] »Die 1902 eingerichtete deutsche Mädchenschule des Heilig-Geist-Klosters war eine Missions-Mädchenschule. Schülerinnen vor dem Schulgebäude.«
»Das jetzige Gebäude des früheren Heilig-Geist-Klosters. Es wurde 1931 um eine Etage aufgestockt.«
5.6 »Faberkrankenhaus«
»Im September 1899 eröffnete die deutsche Weimarer Mission ein Krankenhaus nur für die Behandlung chinesischer Patienten und nannte es Faberkrankenhaus zu Ehren des in Tsingtau verstorbenen deutschen Missionars und Botanikers Ernst Faber (chinesischer Name: Hua Zhi An); später Hua-Zhi-An-Krankenhaus, 1949 Volkskrankenhaus...«
»Das 1906 eingerichtete – neue – Faberkrankenhaus behandelte nur deutsche Patienten.«
»Das Faberkrankenhaus ist heute eine Mund-, Kiefer- und Zahnklinik.«
5.7 »Gouvernements-Lazarett«
»1898 wurde das Marinefeldlazarett gegründet, 1900 das neue eingerichtet und als Gouvernements-Lazarett benannt. Direktor war Prof. Dr. Maltim. Damals bestand es aus zwei Gebäuden mit Krankenzimmern für 74 Betten. Heute gehört es zur Universität Qingdao und ist eine der besten Kliniken der Provinz Shandong.«
[Ausschnitt rechts unten:] »Das Seitentor des Gouvernements-Lazaretts in der Jiangsu-Straße.«
»Historische Gebäude des
heute der Qingdao-Universität zugehörigen Krankenhauses.«
6. »Militäranlagen«
»Festungen am Tsingtau-Berg. 1899 bis 1905 Bau der Verteidigungsanlagen am Bismarckberg (Tsingtau-Berg), seinerzeit eine bedeutende deutsche Verteidigungsanlage. Die Gesamtanlage bestand aus dem Südfort, Nordfort und der unterirdischen Kommandantur und war im Ersten Weltkrieg während des Deutsch-Japanischen Krieges eine wichtige Verteidigungsstellung.«
[Links:] »Marinestützpunkt am Bismarckberg (Tsingtau-Berg).«
»Die erneuerte Festung des Tsingtau-Berges ist heute ein Museum zum Ersten Weltkrieg.«
7. »Stadtarchiv«
»Das Stadtarchiv Qingdao wurde 1961 gegründet und beherbergt heute 1,3 Mio. Akten, 900.000 Fotos sowie 5.000 Stunden audio-visuelle Materialien. Umfassend dokumentieren die Bestände die Gesellschaft und Wirtschaft Qingdaos seit der Eroberung durch Deutschland. Zahlreiche wertvolle Materialien konnten freundlicherweise in Deutschland, Japan, Amerika, England reproduziert worden [sic]. Mittlerweile haben wir auch unser digitales Archiv – das erste in China – komplett ausgebaut. [...]«
[Links:] »Das Stadtarchiv Qingdao lag ursprünglich in der Hunan-Straße 39, ein bis 1914 im deutschen Stil errichtetes Gebäude.«
»Heute befindet sich das Stadtarchiv in der Yanji-Straße 148, seit 1997 als Archiv genutzt mit einer Gesamtfläche von mehr als 13.800 Quadratmetern. Das Stadtarchiv von Qingdao ist als Archiv der staatlichen Klasse 1 eingestuft worden.«
© für diese Fassung: Hans-Joachim Schmidt
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